Samstag, 16. September 2017

Wittenberg und Halle



Schlosskirche Wittenberg
Hier sind Luther und Melanchton
zusammen mit Friedrich dem Weisen
begraben
Die beiden für die Entwicklung des deutschen Protestantismus sehr wichtigen Universitäten sind heute als „Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg“ zusammengefasst und liegen im Bundesland Sachsen-Anhalt. Sie haben eine sehr unterschiedliche Geschichte.

Wittenberg an der Elbe war lange Zeit eine sächsische Stadt, teilweise sogar die Residenzstadt der sächsischen Landesherren. Zu Luthers Zeiten regierte hier der sächsische Kurfürst Friedrich der Weise. Dieser Friedrich hat Luther zwar nie gesehen, geschweige denn ihn an seinen Hof eingeladen, ihn aber auf vielfältige Weise vor dem Papst in Rom geschützt. Friedrichs Verhältnis zu Luther muss dem Verhältnis der Kölner zu Karl Marx ähnlich gewesen sein: man hatte eine Abneigung gegen die Zentralgewalt (in Sachsen gegen Rom, in Köln gegen Preußen) und unterstützte deshalb gerne auch durchaus radikale Menschen, die sich mit dieser Gewalt überwarfen.

Montag, 11. September 2017

Cecilia


Cecilia
In Potsdam hat fast jede Generation der preußischen Könige und Königinnen ein Haus hinterlassen, das an sie erinnert. Man erkennt an diesen Orten oft nicht nur die Person des Herrschers oder der Herrscherin, sondern auch den Geschmack einer ganzen Epoche. Natürlich waren die Royals stilbildend, was in besonderer Weise für ihre Frauen galt, denen es manchmal gelang, zu einer Idealfigur einer ganzen Generation aufzusteigen.

Ich habe bei unseren zwei Besuchen in Potsdam zwei dieser Frauen ganz vorsichtig zu verehren gelernt. Da ist zum einen die schöne Luise, die dem einfach lebenden König Friedrich Wilhelm III. angetraut war. Da ist aber auch – in diesem Jahr neu entdeckt – die ebenfalls sehr schöne Cecilia, die als letzte in der königlich-kaiserlichen Reihe ein nach ihr benanntes Schloss in Potsdam, Cecilienhof, bauen ließ, ein Schloss, in dem sie 28 Jahre leben, aber niemals mit einer Krone auf dem Kopf residieren durfte.

Dienstag, 5. September 2017

Militär und Homosexualität

Potsdam

Sanssouci
Als ich im vergangenen Jahr zum ersten Mal Sanssouci besuchte, war mir beim Herausgehen aus dem Schloss vollkommen klar, dass hier ein homosexueller König residiert hat.

Das Innere des Hauses hat keinerlei Spuren weiblicher Wesen, die hier je gelebt haben könnten. Man weiß, dass die Friedrich dem Großen angetraute Königin getrennt vom König in einem eigenen Schloss lebte.

Freitag, 1. September 2017

Doppeldachhaus


... und am dritten Tag aus dem Doppeldachhaus
trug den von Ribbeck man hinaus


Schloss Ribbeck
Obwohl das heutige Schloss Ribbeck in seiner Herrschaftlichkeit nur noch wenig an das schlichte Landhaus des sagenumwobenen Herrn von Ribbeck mit der Birne erinnert, kann man an einem Nachbau des früheren Gebäudes im Park des Schlosses studieren, wie das Landhaus in etwa ausgesehen hat. Der heutige Herr von Ribbeck hat hier, nachdem er die Rechte am Schloss an den Kreis Havelland abgetreten hatte, gegenüber dem Schloss ein großes privates Wohnhaus neu errichten lassen.

Donnerstag, 31. August 2017

Zwiebeltürme

Nauen in Brandenburg


Zwiebelturm der Sankt-Jacobi-Kirche in Nauen

Fern von Zuhause, auf dem Weg zum Schloss des Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland, fand ich in Nauen einen Schlüssel zum Verständnis der Zwiebeltürme in meiner Bergischen Heimat. Am mächtigen Backsteinturm der zentralen Sankt-Jacobi-Kirche las ich auf einem Schild, dass dieser Turm den großen Stadtbrand von 1695 überstanden hatte und danach mit einem neuen „geschweiften barocken Aufsatz“ versehen wurde. Das verstand ich nicht sogleich und musste ein Stück vom Kirchturm weggehen um diesen besonderen Aufsatz sehen zu können. Es handelte sich zu meiner Überraschung um einen gewöhnlichen, wenn auch nicht ganz konventionell gestalteten Zwiebelturm.

Beim Nachforschen im Internet fand ich über die Geschichte der Zwiebeltürme heraus, dass Sie möglicherweise aus Italien stammen und dass sie an zwei Orten der Welt besonders prominent vorhanden sind, in Moskau und im Bergischen Land.

Dienstag, 29. August 2017

Brandenburger Idylle


Werder an der Havel

Zur Gasse hinaus gehen die Fenster auf die Türme und Türmchen der Heilig-Geist-Kirche, zur Gartenseite geht der Blick auf den Fluss, der sich hier zu einem großen See aufstaut. Unsere Ferienwohnung liegt im Obergeschoss eines früheren Fischerhauses, in dem der letzte Fischer bis in die 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts seinem Beruf nachgegangen ist.

Sein Sohn, der etwa so alt ist wie ich, hat sich im Garten einen kleinen Bungalow gebaut und vermietet die beiden Etagen im Vorderhaus an Feriengäste. Von seinem Bungalow aus sind es noch etwa 30 - 40 Schritte bis zum Ende des Gartens, wo sich ein überdachter Sitzplatz befindet, ein Bootshaus mit Steg und eine große, mit Obstbäumen bestandene und von einer Mauer zum Wasser abgegrenzte Rasenfläche.

Dieses hintere Gartenstück am Wasser gehört uns in diesen Tagen praktisch allein, die zweite Wohnung ist an zwei Polen vermietet, die tagsüber in Berlin arbeiten, morgens früh aus dem Haus gehen und abends nur noch zum Schlafen heimkehren.

Dienstag, 15. August 2017

Vom Einfachen

Niemand würde auf die Idee kommen, eine Pfanne Bratkartoffeln dadurch geschmacklich zu verbessern, dass man sie im Öl einer besonderen Pflanze oder etwa im Bauchspeck eines Wildschweins brät. Die Freude an der braunen Kruste der Bratkartoffel entsteht – so sagte es mir ein Chemiker, der gleichzeitig Hobbykoch war – unabhängig von allen Beigaben durch das Austreten von Stärke, die sich in der Brathitze karamellisiert. Der Vorgang lässt sich beliebig an vielen Gemüsesorten und an Fleisch wiederholen. Wir lieben also am Steak dasselbe, was uns auch an der Bratkartoffel gefällt.

Donnerstag, 15. Juni 2017

Feuer im Grenfell Tower


Der Wohnturm mit 20 Stockwerken und insgesamt 120 Wohnungen steht in einem der vornehmsten Viertel von London, nordwestlich des Hyde Parks. Eigentümer ist die Kommune Kensington and Chelsea, Mieter sind offenbar überwiegend sozial schwächere Menschen dieses Stadtteils. Es ist "Sozialer Wohnungsbau" würde man bei uns sagen.

Der Turm wurde erst vor einem Jahr mit großem Aufwand saniert und erhielt eine Aluminiumverkleidung im Auftragswert von £ 8.600.000,-. Offenbar wurde mit dem gleichen Auftrag auch eine Lüftungsanlage für rauchfreie Fluchtwege eingebaut. Hieran war die deutsche Firma Witt und Sohn beteiligt. Die Fassadenplatten der Firma Harley Curtain dienten der Wärmedämmung und hatten deshalb eine Rückseite aus einer Art von Styropor. Dieses Material ist brennbar und darf in Deutschland nur in Gebäuden bis 22 m Höhe (etwa sieben Stockwerke) verwendet werden.

Samstag, 6. Mai 2017

Gespräche unter (älteren) Männern


Brautbruder, Chronist, Bräutigamsgroßvater, Brautvater
Auf der Hochzeit in Palästina sind Männer und Frauen streng getrennt. Sie sitzen in zwei unterschiedlichen Räumen, die Frauen in einem großen Saal bei lauter Musik, die Männer in einem kleineren, ruhigen Raum, in dem man sich gut unterhalten kann. Ich genieße den Vorteil der Ruhe und die Möglichkeit, eine ganze Reihe von Männern kennenzulernen und  mit ihnen Gespräche zu führen. 

Nach dem gemeinsamen Foto mit Jamil, dem Großvater des Bräutigams (linkes Bild), reden wir über die Wirkung von Fotos, wenn wir unsere Gesichter darauf sehen. Ich sage zu Großvater Jamil, einem pensionierten Englischlehrer, dass ich mich immer wundere, wie weiß meine Haare mittlerweile auf solchen Fotos erscheinen. Morgens beim Rasieren sind sie noch vom Duschen nass und wirken sehr viel dunkler. Jamil sagt mir lachend, seine Haare seien bereits vollkommen ausgefallen und er trage die traditionelle Kufiya, die hier viele ältere Herren auf dem Kopf haben, vornehmlich deshalb, um seine Glatze zu verbergen.

Samstag, 29. April 2017

Reisen in der entzauberten Welt

Landschaft am See Genezareth
Niemand sollte enttäuscht sein, wenn er an den heiligen Orten des Landes Israel nicht der Kraft begegnet, die an diesen Orten gewirkt und sie vielen Generationen heilig gemacht hat. Moderne Menschen leben in einer entzauberten Welt* und können sich nicht mehr vorstellen, was fromme Pilger früherer Zeiten erlebt haben, wenn sie an einen besonderen Ort gingen, vielleicht dorthin, wo es eine Reliquie gab, die auf besondere Weise die Verbindung zu dem früheren Geschehen herstellte.

Montag, 24. April 2017

Fluch und Segen



Chorazin
Unweit von unserem Ferienort hat man die Reste der alten Stadt Chorazin ausgegraben. Sie liegt auf einer Anhöhe über dem See Genezareth und sieht mit ihren Trümmern aus schwarzen Basaltsteinen so gespenstisch aus, als wirke der alte Fluch, den Jesus über diese Stadt verhängt hat, bis heute nach.

Donnerstag, 20. April 2017

Barmherzigkeit

Fenster in der Kirche auf dem
Berg der Seligpreisungen
Die Geschichte von dem Geschenk, das ich vor vielen Jahren einmal  aus Afrika erhielt, habe ich vermutlich schon häufiger erzählt. Das Geschenk bestand aus einem Holzbrett, auf dem in kunstvoller Schrift eine Seligpreisung geschrieben war. Der liebe Freund, der mir dieses Souvenir von einer Reise mitgebracht hatte, wusste eigentlich nur, dass eine Seligpreisung darauf stand, nicht welche, konnte aber durch eine einfache Konstruktion trotzdem sagen, dass es diejenige war, in der als einziger von den acht Seligpreisungen das Wort für die Eigenschaft der Gepriesenen gleich ist dem Wort, welches ihre Belohnung bezeichnet. Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen. 

Das Wort kommt also zweimal vor, was sich selbst dann erkennen lässt, wenn die Seligpreisung in Suaheli geschrieben ist.
Nur die Barmherzigen werden mit dem belohnt, was sie geben: mit Barmherzigkeit. Die Friedfertigen werden nicht mit Frieden belohnt und die Sanftmütigen nicht mit Sanftmut. Aber den Barmherzigen ergeht es so, wie sie es selbst gewährt haben.

Samstag, 1. April 2017

Der Jakobusbrief


Eingangsgruß

Jakobus, Gottes und des Herrn Jesus Christus Knecht, den zwölf Stämmen in der Diaspora seinen Gruß!


Vom Segen, in Versuchungen zu geraten

Haltet es für lauter Freude, meine Brüder, wenn ihr in mancherlei Versuchungen geratet, indem ihr erkennt, dass die Bewährung eures Glaubens Ausharren bewirkt. Das Ausharren aber soll ein vollkommenes Werk sein, damit ihr vollkommen und vollendet seid und in nichts Mangel habt. 

Eine Bibel von der İstiklal Caddesi, und eine muslimische Methode sie zu lesen


In seinem neuen Buch berichtet Mustafa Akyol von seiner ersten Begegnung mit einer Bibel. Sie wurde ihm als jungem Mann ausgehändigt, und zwar etwa um das Jahr 2000 herum in der großen Einkaufsstraße von Istanbul, der İstiklal Caddesi. Akyols Buch beginnt damit, dass er mit einer Mischung aus Skepsis und Neugierde in dieser Bibel zu lesen beginnt.

Samstag, 25. März 2017

Jesus im Koran - das Wort Gottes



In der Mitte des neuen Buches von Mustafa Akyol findet sich eine interessante Anweisung für das Gespräch zwischen Christen und Muslimen. Verfasst hat sie der Kirchenvater Johannes von Damaskus, der um das ja 650 herum in einem bereits von den Muslimen eroberten aber für die Christen offenen Damaskus geboren wurde. Er ist einige Zeit am Hof des Kalifen erzogen worden, und er schreibt in einer Anleitung über das Gespräch mit Sarazenen (wie er die Muslime nennt):

Freitag, 17. Februar 2017

Was heutige Muslime von Jesus lernen können (Mustafa Akyol)

Was ist los mit dem Islam? Warum gibt es so viele wütende Muslime in der Welt, die den Westen verabscheuen? Warum führen selbstdeklarierte Islamische Staaten harte Gesetze ein, die Minderheiten, Frauen und "Abtrünnige" unterdrücken? Warum gibt es Terroristen, die im Namen Allahs töten?

Viele im Westen haben diese Art von Fragen seit Jahrzehnten gestellt. Die Antworten variierten von der Behauptung, dass es heute kein Problem im Islam gibt (was zu abwehrend ist), bis dahin, dass der Islam selbst ein großes Problem für die Welt ist (was unfair ist und voreingenommen). Zum Glück haben besser informierte informierte Beobachter objektivere Antworten gegeben: die islamische Zivilisation, früher einmal die aufgeklärteste der Welt, hat in letzter Zeit eine akute Krise mit gravierenden Folgen durchgemacht.

Samstag, 4. Februar 2017

Donald Trump spricht beim Nationalen Gebetsfrühstück



Donald Trump hat vor dem nationalen Gebetsfrühstück gesprochen, 19 Minuten lang. Die Rede ist aufgezeichnet (im Video ab Minute 1:01) und dann mit einem wörtlichen Transkript versehen worden, unter dem Video zu lesen.

Ich habe einige Passagen daraus hervorgehoben und versucht, sie zu kommentieren.

Donnerstag, 26. Januar 2017

Stift, Tastatur oder Siri?


Von den folgenden drei Abschnitten habe ich probeweise je einen mit der Hand geschrieben, über eine Computertastatur eingetippt oder in mein Spracherkennungssystem "Siri" des iPhones diktiert. Ich habe kurz meine Meinung über alle drei Methoden dargelegt und frage jetzt: kann man aus den Texten erkennen, wer auf welche Weise entstanden ist?

Was das Schreiben mit der Hand betrifft, so ist dies der Vorgang, der das Nachdenken über den Text am meisten verlangsamt. Die Hand folgt dem Gedanken zögerlicher als bei den anderen beiden Methoden, oft langsamer als es einem vielleicht recht ist. Ich glaube,

Mittwoch, 25. Januar 2017

Bekenntnisse eines Bettlägerigen

Gestern und heute bin ich im Bett geblieben, um eine Erkältung auskurieren. Ich habe ein paar Pläne gemacht, die ich hier in Form von vier Bekenntnissen weitergeben möchte.

Erstens Bekenntnis: ich kaufe mir jetzt sündhaft teure Ohrenstöpsel von Apple (siehe Foto), drahtlose "AirPods", passend zum iPhone.

Zweites Bekenntnis: ich will ausprobieren, ob ich sie nicht eines Tages als Hörgeräte benutzen kann. Mein Gehör lässt nach.

Montag, 9. Januar 2017

68er

Rudi Dutschke
Zu meinem heutigen Geburtstag schrieb mir ein lieber Freund aus Studentenzeiten, ich sei jetzt wohl endlich ein echter 68er, und das wäre auch gut so, denn die 68er seien "der wertvollste Bestandteil unserer Nachkriegsgesellschaft gewesen".

Er hatte wohl recht mit seinem "endlich", denn so ein ganz richtiger 68er bin ich vermutlich nie gewesen. Zwar hatte ich im Jahre 1968 als Bundeswehrsoldat ein Bild von Rudi Dutschke in meiner Stube hängen, aber es wirkte ein wenig verloren – ein echter 68er hätte den Wehrdienst verweigert.

Später im Beruf haben mich die 68er eher enttäuscht. Sie ließen sich alle in gut bezahlte Positionen hochbefördern und vergaßen bald, dass ein echter 68er irgendwann einmal die Verpflichtung übernommen hatte, nie im Leben mehr als DM 5.000,- im Monat verdienen zu wollen. Sie gaben mir, der ich im ererbten väterlichen Unternehmen arbeitete, von Ferne noch ein paar schwache Signale, dass ich eigentlich Mitbestimmung und Arbeitnehmer-Aktien einführen müsste, aber ich habe das aus dem Mund von gut besoldeten Beamten nie als wirklich ernst gemeinte Aufforderung verstanden.

Später dann sind die 68er in den Personen von Schröder und Fischer in höchste Staatsämter aufgestiegen. Dort haben sie mir aber aufgrund ihrer Unehrlichkeit nicht gefallen. Für mich haben sie immer links geblinkt und sind dann rechts abgebogen.

Aber das ist alles Vergangenheit. Was jetzt auf einmal neu aktuell wird, ist die komplette Abwahl der 68er durch Trump in den USA. Die dortige Arbeiterklasse oder das, was noch davon übrig war, hat sich gegen diejenigen aufgelehnt, die angeblich am meisten für diese Klasse tun wollten, die "Liberals". Deren Aushängeschild, Hillary Clinton, hat sechsstellige Honorare für Auftritte vor Bossen der Wall Street kassiert. Das hat das Ende von 1968 markiert.

Für mich ist das ein großes Lebensproblem, denn ich bin mittlerweile zumindest in einem Punkt wieder ein alter 68er geworden: ich bejahe das soziale Engagement der deutschen Gesellschaft gegenüber den Flüchtlingen und bin mit den Leuten der Willkommenskultur optimistisch, dass die Kanzlerin recht hat, "wir schaffen das".

Damit gerate ich aber in das Visier einer breiten, teilweise noch schweigenden Menge, die mit "Modernisierungsverlierer" sehr ungenau beschrieben ist, die aber darauf wartet, den linken Spinnern mit ihrer permanenten moralischen Überlegenheit einen Denkzettel zu verpassen.

Wie stelle ich es für den Rest meines Lebens an, nicht zu einer Gruppe gezählt zu werden, die aufgrund ihrer Bildung, ihrer sprachlichen Fähigkeiten und ihrer Möglichkeiten zu reisen, eine gewisse natürliche Affinität zu Fremden und Einwanderern hat? Manchmal möchte ich mit einem Schild herumlaufen, auf dem steht "ich bin konservativ und deshalb für eine Öffnung unserer Gesellschaft für die Fremden".

Aber es würde vermutlich nichts nutzen, und es würde auch nicht stimmen. Ich bin nicht konservativ. Ich bin ein 68er.

Irgendwie. Ein Stück weit.