Samstag, 26. April 2008

Jesus and John Wayne



So liebe ich meine frommen Brüder aus den USA, wenn sie Lieder wie das folgende singen und darin ihre inneren Widersprüche mit einem guten Schuß Ironie auf den Punkt bringen.

Eine Heilige als Mutter (eine wie Jesus) und ein Rauhbein als Vater (einer wie John Wayne) - das ergibt im Sohn der beiden, der das Lied singt, eine lebenslange Spannung. Natürlich ist sie fruchtbar - u.a. im Erlernen einer ausgesprochen feministischen Sichtweise, denn "to be more like you Lord" geht natürlich hin zur Mutter.






Gesungen wird das Lied (das ich weiter unten* auch übersetzt habe) auf dem neuen Album der "Gaither Vocal Band", einem bekannten Männerquartett aus den Südstaaten der USA. Der Stil ist (hier kann man ein 30-Sekunden-Hörbeispiel finden), wie es sich gehört, Country and Western.

Daddy was a cowboy
hard as a rock,
Mama she was quiet
as a prayer.
Daddy'd always tell me
"Son you gotta be tough",
Mama would kiss my cheek
and say "Play fair".


I did my best
to make them proud of me,
but it's never been
an easy place to be:


Somewhat between
Jesus and John Wayne,
a cowboy and a saint,
the cross and the open range.
I try to be more like you Lord,
but most days I know I ain't,
I'm somewhere between
Jesus and John Wayne.


Mama's love was tender,
Papa's love was strong.
both of them were there
to help the weak.
They tought me to stand up,
and fight for what is right,
and showed me how to turn
the other cheek.


Now I see
there's both of them in me,
and maybe that's the best
that I can ever hope to be:


Somewhat between
Jesus and John Wayne,
a cowboy and a saint,
the cross and the open range.
I try to be more like you Lord,
but most days I know I ain't,
I'm somewhere between
Jesus and John Wayne.


Noch ein Wort zu Bill Gaither, der für seine seit vielen Jahren bestehende "Vocal Band" immer wieder frische junge Stimmen findet - er selbst ist Jahrgang 1936 und knarzt einen realtiv alten Baß dazu - und der laut Wikipedia mit seinen vielfältigen musikalischen Aktivitäten immens viel Geld verdient hat. Er hat die Konzertform des "Homecoming" zur Perfektion entwickelt und weltweit auf große Bühnen - gerade vor ein paar Wochen auch erstmals in Deutschland.

Das Bild ist immer ähnlich: ein Gästeschar aus in der "Southern Gospel" Szene bekannten Sängern sitzt in einem als Wohnzimmer aufgebauten Kulisse um ein Klavier herum und singt. Alles wirkt auf den ersten Blick sehr familiär und auch ein wenig improvisiert, aber dann stehen einzelne Sänger auf und zeigen ihr meist beachtliches solistisches Können. Die anderen fallen am Ende dann aber meist wieder in einen bunten Refrain ein und so ist die "Performance" und das Singen "Im Kreise der Lieben" immer ganz dicht beeinander.

Hier ein YouTube-Video einer "Homecoming", in einem Stadion, mit einer sehr persönlichen Einleitung von Billy Graham's Frau Ruth:



Bibel-TV zeigt übrigens regelmäßig Aussschnitte von den "Homecoming Friends".

*Papa war ein Cowboy,
hart wie ein Stein,
Mama war still
wie ein Gebet.
Papa sagte immer,
"Sohn, werde hart",
Mama küßte mich auf die Backe
und sagte "bleib fair".

Ich hab versucht
sie stolz auf mich zu machen,
aber mein Platz ist
nie einfach gewesen:

Irgendwie zwischen
Jesus und John Wayne,
ein Cowboy und eine Heilige,

das Kreuz und das weite Land.
Ich versuche mehr wie du zu sein, Herr,
aber meist ist klar, ich bin's nicht
Ich bin irgendwo zwischen
Jesus und John Wayne.

Mamas Liebe war zart,
Papas Liebe war stark,
beide waren dafür da,
den Schwachen zu helfen.
Sie brachten mir bei, aufzustehen
und für das zu kämpfen, was richtig ist
und zeigten mir
wie man die andere Backe hinhält.

Heute sehe ich,
daß beides von ihnen in mir ist
und vielleicht is das das Beste
das ich je zu sein erhoffen kann:

Irgendwie zwischen
Jesus und John Wayne,
ein Cowboy und eine Heilige,

das Kreuz und das weite Land.
Ich versuche mehr wie du zu sein, Herr,
aber meistens weiß ich, ich bin's nicht
Ich bin irgendwo zwischen
Jesus und John Wayne.

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